„Freundlichkeit ohne Hoffnung“
- Yasemin
- 28. Feb.
- 1 Min. Lesezeit

Liebe Yoga-Freunde:innen,
yogisches Denken in Mainstream-Medien zu zeitgenössischen gesellschaftlichen und politischen Themen zu entdecken, freut mich sehr. So entwirft Bernd Ullrich in Die Zeit in seinem Artikel „Wie halten wir das alles aus?“ Perspektiven für einen neuen Umgang mit globalen Krisen und Bedrohungen.
Er betont die Bedeutung des Im-Moment-Seins und erinnert daran, wie wertvoll die lange Phase relativer Stabilität war, in der wir leben durften. Zugleich plädiert er dafür, uns die Trauer darüber zuzugestehen, dass sich vieles unwiderruflich verändert und die Zukunft „von der Gegenwart nicht mehr zuverlässig illuminiert wird“. Die daraus erwachsende Unsicherheit und Angst erscheinen dabei nur folgerichtig.
Als Haltung im Umgang mit dieser Lage schlägt er „Freundlichkeit ohne Hoffnung“ vor: ein zugewandtes Miteinander, das nicht von Zweckoptimismus getragen ist. Selbst wenn wir als Einzelne wenig auszurichten vermögen, gehe es darum, unser Bestes zu geben – ohne Fixierung auf Ergebnisse und ohne ständigen Blick auf das Handeln oder Nichthandeln der anderen. Mit anderen Worten: nicht aus dem Ego heraus zu agieren.
Sein Fazit lautet: „Wenn Zynismus und Resignation die größten Gefahren sind, dann sind Liebe und Hoffnung die wirksamsten Gegenmittel, die wahre Subversion. Das wären die vielleicht schwersten, wiewohl auch die schönsten Übungen.“
Aus: Die Zeit, Nr. 4 vom 22.1.2026
Herzlichst,
Yasemin

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