Kulturelle Aneignung & Yoga II


Zum Thema „kulturelle Aneignung“ und „Yoga“ noch ein paar Gedanken: besonders gefallen hat mir der Ansatz von Brenda Haas in der DW mit der Unterscheidung zwischen kultureller Aneignung und Wertschätzung. Sie zitiert die Definition des Oxford Dictionary für kulturelle Aneignung, nämlich "unbewusste oder unangemessene Übernahme von Bräuchen, Praktiken, Ideen usw. eines Volkes oder einer Gemeinschaft durch Mitglieder einer anderen, oft dominanteren Gemeinschaft." und berichtet von der Übernahme von Symbolen, Kleidung, Schmuck usw. in der Modebranche und wie dies in die Kritik geraten ist. Aber unsere Zeit ist eben auch eine Zeit der Globalisierung und Diversität und wenn andere Kulturen wertgeschätzt werden, sind sie eine Quelle der Inspiration. Haas meint ferner, dass die Wertschätzung anderer Kulturen Verbindungen mit dieser herstellt und den Horizont erweitert, während die Aneignung einen Aspekt einer anderen Kultur herauspickt, z.B. spirituelle Praktiken, und diesen unerlaubt nachahmt, um sich daran zu bereichern. (https://www.dw.com/de/diversit%C3%A4t-deutschland-kulturelle-aneignung/a-61975912).

Yoga ist zu uns in den Westen sicher nicht unerlaubt gekommen. Aber auch Meditation, ein wichtiger Teil des Yoga und des Buddhismus, und davon abgeleitete Praktiken wie Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, Gewaltfreie Kommunikation haben unsere Kultur bereichert und werden sogar im klinischen Bereich angewendet. Wenn große Lehrer:innen wie Thich Nhat Hanh, Ayya Khema u.a., um nur wenige zu nennen, im Westen gelehrt haben und der Dalai Lama seinen Segen dazu gibt, dann dürfen wir auch getrost meditieren und Mantras singen…

In diesem Sinne, Om Namah Shivaya & Sat Nam