Wie kann ich Zuversicht in herausfordernden Zeiten erlangen?
- Yasemin
- 27. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Mit den Worten „Bleiben Sie zuversichtlich!“ verabschiedet sich Ingo Zamperoni regelmäßig bei den Tagesthemen. Oft denke ich dann: „Du hast Nerven, Junge – nach all diesen Nachrichten?!“ Denn die Fülle an Krisenmeldungen zu Klima, Krieg, Wirtschaft und Demokratie ist kaum auszuhalten. Schnell entsteht ein Gefühl von Hilflosigkeit und Überforderung. Gleichzeitig meldet sich das schlechte Gewissen: Müsste ich nicht mehr tun? Mich stärker engagieren, statt tatenlos zuzuschauen?
Viele Weisheitslehrer erinnern daran, dass jede nachhaltige Veränderung im Außen bei uns selbst beginnt. Wie kann ich Frieden in die Welt bringen, wenn ich innerlich im Unfrieden bin?
Der erste Schritt: einatmen und ausatmen und ins Jetzt kommen. Was von all diesen belastenden Dingen ist in diesem Moment tatsächlich präsent? Bin ich der Flut ausgesetzt? Fällt eine Bombe auf mein Haus? Bin ich am Verhungern oder Verdursten? Bin ich irgendeiner akuten Bedrohung ausgesetzt? Nichts davon. Es sind meine Gedanken, die das Gefühl der Bedrohung erzeugen. Wenn ich sie loslasse, entsteht Stille.
Wenn mein Geist still und friedlich ist, ändert sich meine Energie: Sie steigt und wird positiv. Ich fühle eine Weite in mir – vielleicht ist es sogar eine Art Freiheit. Jetzt kann ich auch klarer sehen, wie mein Beitrag aussehen könnte. Ich trage schon seit langem die Haltung des Yoga und der Gewaltfreien Kommunikation in die Welt. Vielleicht erreiche ich kein Millionenpublikum – doch in meinen Kursen, in alltäglichen Begegnungen und auch im beruflichen Kontext lebe ich diese Werte bewusst vor.
Veränderung geschieht oft leise und im Kleinen. Der sogenannte Schmetterlingseffekt beginnt nicht mit Lautstärke, sondern mit Bewusstheit. Wenn es an manchen Tagen schwierig ist, in den meditativen Geist zu kommen, bin ich für die Schatzkiste des Kundalini Yoga unendlich dankbar: dann geht es auf die Matte und die negative Energie muss erst mal mit Bewegung, Atem und Meditation aus dem Körper geleitet werden.
Besonders ans Herz legen möchte ich zwei Meditationen für diese herausfordernde Zeit: die „Meditation für Brosa“ (absolutes Vertrauen und geistig-seelischer Mut, Sadhana Handbuch, S. 206), die ich aktuell über 40 Tage praktiziere, sowie „Removing Fear of the Future“ (Self-Knowledge, S. 26) – eine wohltuende Unterstützung, wenn Sorgen und Zukunftsängste überhandnehmen.
Als Yoga-Lehrende merke ich, wie wichtig Selbstfürsorge ist- nicht aus Egoismus, sondern um die eigenen Ressourcen immer wieder aufzufüllen, damit ich da sein kann, wenn ich gebraucht werde und etwas geben kann. Vielleicht auch ein Ansatz für dich?
erschienen im: Kundalini Yoga Journal Nr. 55 März 2026


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